Yemeni Coffeevon Dr. Import, Schweiz

Mokha und der Kaffeehandel

Zweihundert Jahre lang war ein Hafen am Roten Meer der Weltkaffeemarkt. Sein Name überlebte seinen Hafen.

Der wilde Vorfahr des Kaffees wächst in Äthiopien, doch die Pflanze überquerte das Rote Meer und wurde im Jemen zum landwirtschaftlichen und kommerziellen System. Im 15. Jahrhundert tranken ihn Sufi-Gemeinschaften im Süden der Arabischen Halbinsel, um nächtliche Andachten durchzuhalten; binnen Jahrzehnten wanderte er von der Moschee ins Kaffeehaus.

Der Hafen

Al-Machā — Mokha — lag an der jemenitischen Küste des Roten Meeres, nahe der Meerenge zum Indischen Ozean. Der auf den Hochlandterrassen geerntete Kaffee wurde per Kamel hinuntergebracht und von dort nach Dschidda, Sues und Alexandria verschifft, weiter nach Kairo, Istanbul, Venedig und Marseille. Von etwa dem frühen 16. bis ins frühe 18. Jahrhundert lief praktisch der gesamte Welthandel mit Kaffee über Mokha.

Das Monopol und sein Ende

Der Jemen bewachte den Handel sorgfältig; exportierte Bohnen wurden so behandelt, dass sie nicht keimen konnten. Es hielt nicht. Setzlinge erreichten Indien, und im frühen 18. Jahrhundert bauten die Niederländer Kaffee auf Java an, die Franzosen in der Karibik und die Portugiesen in Brasilien. Koloniale Plantagen im grossen Massstab unterboten handbewirtschaftete Bergterrassen, und Mokhas Anteil brach binnen einer Generation zusammen.

Warum der Name blieb

Als der Handel abwanderte, war «Mokka» im europäischen Geschäft seit zweihundert Jahren das Wort für guten Kaffee — und es blieb. Es überlebt in drei Bedeutungen: als historische jemenitische Herkunft, als klassische Mokka-Java-Mischung und — weil jemenitischer Kaffee nach Schokolade schmeckt — als Café-Getränk aus Kaffee und Kakao. Nur die erste hat mit dem Hafen zu tun.

Die Gegenwart

In den 2000er- und 2010er-Jahren kehrte jemenitischer Kaffee in die Aufmerksamkeit der Spezialitätenszene zurück, weil Kooperativen die Aufbereitung verbesserten und Käufer die Herkunft wiederentdeckten. Die Produktion bleibt winzig und die Bedingungen sind schwierig: Konflikt, Wasserknappheit und die Konkurrenz von Qat um dieselben Terrassen. Geblieben ist ein Anbausystem, das nie industrialisiert wurde — der Grund, weshalb dieser Kaffee bemerkenswert ist, und der Grund, weshalb es so wenig davon gibt.

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