Der jemenitische Kaffeegürtel folgt der westlichen Steilstufe, wo Feuchte vom Roten Meer auf Berge über 3'000 Meter trifft. Die Terrassen sind in Hänge geschnitten, die anders nicht bewirtschaftbar wären; die meisten wurden Jahrhunderte vor dem Kaffee gebaut. Bewässert wird praktisch nichts.
Haraz
Hohe Terrassen westlich von Sanaa und Zentrum des jemenitischen Spezialitätenkaffees.
Bani Matar
Der Distrikt hinter Mattari — dicht, dunkelfruchtig, historisch berühmt.
Die fünf Regionen
| Region | Höhenlage | Ernte | Charakter |
|---|---|---|---|
| Haraz | 1'700 – 2'400 m | Nov – Feb | Blumig, Aprikose, rote Beere; das Spezialitätenzentrum |
| Bani Matar | 1'800 – 2'400 m | Okt – Feb | Schokolade, Rosine, schwerer Körper — verkauft als Mattari |
| Yafa | 1'400 – 2'200 m | Okt – Jan | Würzig und herzhaft, Tabak und Trockenkraut; südlich |
| Raymah | 1'200 – 2'000 m | Okt – Jan | Süss und mild, leichterer Körper, sanfte Säure |
| Ibb | 1'400 – 2'100 m | Sep – Dez | Feuchter und grüner; frühere Ernte, fruchtbetont |
Warum die Region mehr zählt als die Sorte
Dieselbe Landsorte ergibt in Haraz und in Raymah hörbar unterschiedlichen Kaffee. Die Höhe bestimmt die Dichte, der Regen den Zucker, und die Trocknungsbedingungen auf der Terrasse — wie viel Sonne, wie viel Wind, wie viele Stunden — bestimmen den Fruchtcharakter. Im Jemen ist die Herkunft die nützliche Information; der Pflanzenname ist nachrangig.
Höfe, keine Güter
Ein durchschnittlicher Kaffeebetrieb im Jemen liegt deutlich unter einer Hektare, oft ein paar hundert Bäume auf Terrassen einer einzelnen Familie. Handelspartien werden deshalb aggregiert — über eine Kooperative, eine Dorfsammelstelle oder einen Händler. Rückverfolgbarkeit bis zum Dorf ist realistisch und lohnt die Frage; bis zum einzelnen Hof ist selten und sollte belegt sein.